TUM – TUM – TUM – Menü
  • Alumni-Interview: Dr.-Ing. Mark Krausz

    Interviewer: Tobias Krug

     

    1. Wer bist Du?

    Meine Name ist Mark Krausz, ich bin 35, verheiratet und habe 2 Kinder. Aktuell wohne ich in Stuttgart und arbeite bei der Robert Bosch GmbH im Produktbereich Powertrain-Solutions/Electronic-Controls als Fachreferent für Steuergerätevirtualisierung. In Zeiten von Corona natürlich auch überwiegend von daheim - da macht das Thema Steuergerätevirtualisierung gleich umso mehr Sinn.

    2. Wann und was hast Du studiert?

    Ich war von 2005 bis 2011 an der TUM und habe an der Fakultät Maschinenwesen Ingenieurwesen auf Diplom im Bereich Mechatronik mit Schwerpunkt Regelungstechnik und Fahrzeugtechnik studiert. Währenddessen habe ich auch ein Erasmus-Auslandssemester an der DTU in Kopenhagen (Dänemark) absolviert. Nach dem Diplom habe ich noch eine Promotion an der Uni Stuttgart drangehangen.

    3. Was war deine Lieblingsvorlesung im Studium?

    Die eine Lieblingsvorlesung habe ich nicht, aber ich habe drei Professoren und zugehörige Vorlesungen in sehr guter Erinnerung behalten:

        - Mechanik 3 bei Prof. Ulbrich (https://www.professoren.tum.de/ulbrich-heinz),

        - Regelungstechnik 1+2 bei Prof. Lohmann (https://www.professoren.tum.de/lohmann-boris) und 

        - Fahrdynamik bei Prof. Heißing (https://www.professoren.tum.de/heissing-bernd).

    4. Lustigstes Erlebnis im Studium damals?

    Am Anfang des Studiums übten sich die meisten Studenten im Papierfliegerwettfliegen. Je nach Professor kam das mehr oder weniger gut an. Mancher Professor hat den Wettbewerb aber regelrecht angeheizt und erstaunlich viel Humor bewiesen.

    5. Was fandest Du am wichtigsten im Studium? Was nicht so wichtig? Was hast du aus dem Studium mitgenommen?

    Während des Studiums war der Erwerb der grundlegen Studienkompetenz, sprich Lernen zu Lernen, Selbstmotivation/-organisation und Informationskompetenz/Wissensarbeit am wichtigsten. Sehr wertvoll fand ich die Übungen - auch weil es eine willkommene Abwechslung vom Vorlesungsmodus war. Darüber hinaus ist natürlich ein ausgeprägtes Sozialleben essenziell. Ohne Kommilitonen und die witzigen Erlebnisse am Rande des eigentlichen Studiums wäre es nicht halb so spannend. An der Stelle tun mir die Studenten in der aktuellen Lage wirklich leid.

    Das stupide Auswendiglernen von Prüfungsinhalten ist auf jeden Fall weniger wichtig, als viele glauben. Nach dem Studium im Berufsleben sind viele solcher Inhalte nicht so relevant.

    Meine wesentliche Kernkompetenz aus dem Studium ist wohl meine Fähigkeit zum methodischen Arbeiten einschließlich der zugehörigen Problemlösungskompetenz. Damit kann ich mir auch effizient neue Themengebiete erschließen und bin nicht auf meine eigentliche Fachrichtung eingeschränkt.

    6. Würdest Du heute was anderes studieren und warum?

    Nein, absolut nicht. Ich bin sehr zufrieden mit meinen Kenntnissen und der Arbeit, die ich durch sie leisten kann. Daraus folgt auch eine generelle hohe Lebenszufriedenheit - auch weil mir meine beruflichen Aufgaben so viel Spaß und Abwechslung bereiten.

    7. Was machst Du aktuell?

    Derzeit bin ich in unserem Bereich verantwortlich für die Einführung von Virtualisierungslösungen für Steuergeräte in ihrem Systemkontext (I/O, Sensoren, Aktuatoren, Antriebe, Gesamtfahrzeuge) zur Unterstützung der Entwicklung von Steuergerätesoftware. Das Thema läuft im weitesten Sinne im Bereich Software-in-the-Loop (SIL).

    8. Wie sieht dein Arbeitsablauf aus? Lässt sich das gut mit deinem Privatleben verbinden?

    Ich beginne meinen Arbeitstag schon gegen 6:30 Uhr zu Hause und bereite den Tag vor oder habe schon erste Termine mit unseren Standorten und Kunden im asiatischen Raum. Gegen 8 Uhr bringe ich die Kids in die Kita und fahre danach ins Büro. Dort habe ich dann meist eine Reihe an Besprechungen und Telefonkonferenzen. Je nach Tag, hole ich die Kinder wieder aus der Kita ab oder arbeite bis ca 5 Uhr nachmittags und dann geht es ab in den Feierabend. 

    In der Regel habe ich übers Jahr verteilt ein paar Kundentermine, bei denen ich mal kürzer und mal länger reisen muss. Das ist dann auch eine willkommene Abwechslung.

    Jetzt seit Corona hat sich alles vereinfacht. Ich arbeite fast ausschließlich von zu Hause und habe zurzeit auch keine Dienstreisen. Dadurch fallen zwar fast keine Arbeitswege an, aber mir fehlt es schon, die Kollegen in der Arbeit zu treffen und unseren Kunden in Gesprächen auch direkt in die Augen schauen oder bei einer Tasse Kaffee sich informell austauschen zu können.

    All dies lässt sich sehr gut mit meinem Privatleben verbinden. So konnte ich beispielsweise problemlos die Elternzeiten nach der Geburt meiner Kinder nehmen und hatte hierdurch keine Nachteile oder Probleme im Nachgang.

    9. Welchen Tipp würdest Du aktuellen Studenten geben?

    Den einen goldenen Tipp habe ich nicht, aber ich habe eine Reihe von Tipps, mit denen man im Zweifel weiter kommt:

        - entwickle ein Verständnis von Methodik, das ist meist (Ausnahmen bestehen) wichtiger als Auswendiglernen,

        - stell dich breit auf, entwickle ein T-Shape Kompetenzprofil und

        - sei offen für Veränderungen und gestalte diese aktiv mit, bewahr dabei eine Bodenständigkeit - niemand hat die Weisheit gepachtet.